Anwaltliche Beratung / Vertretung

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Die Anwaltschaft kommt in Trennungs- und Scheidungssituationen mit den Ängsten und Interessen von Eltern in Berührung, wenn Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälte mit der Vertretung der Interessen eines Elternteiles beauftragt werden, um die Fragen,

  • wo sollen die Kinder künftig leben?
  • wie soll das Umgangsrecht mit dem anderen Elternteil ausgestaltet werden?
  • wie sollen die schulischen Belange der Kinder weiterhin gemeinsam geregelt werden?
  • und weitere individuelle Fragen

klären zu helfen.

Wenn es um die Auflösung einer Lebensbeziehung oder Ehe, aus der Kinder hervorgegangen sind, geht, sehen die Eltern oft nur den Weg eines Rechtsstreites vor den Familiengerichten.

Ein solches Verfahren  vor den Familiengerichten läuft nach zivilprozessualen Regeln ab. Diese sind dadurch gekennzeichnet, dass es sich im Wesentlichen um ein schriftliches Verfahren handelt, bei dem nur das Gegenstand der Entscheidung eines Familiengerichtes sein kann, was schriftsätzlich von Anwälten vorgetragen ist.  Das führt aber in aller Regel dazu, dass sich der Streit zwischen den Parteien verhärtet und vertieft, weil häufig die andere Prozesspartei die Darstellungsweise der Situation in anwaltlichen Schriftsätzen an das Familiengericht als schikanös oder sogar unlauter empfinden wird.

Um genau dies zu verhindern und im Gegenteil den beteiligten Eltern zu helfen, eine Lösung zu finden, hat sich der Arbeitskreis “Dresdner Initiative Trennungskinder” zum Ziel gesetzt, diese, aus der Struktur eines Verfahrens vor Familiengerichten resultierenden Mechanismen, zu durchbrechen und zu einer Verfahrensweise zu gelangen, die die Situation zwischen den Eltern deeskaliert.

Dieses Ziel soll auf zweierlei Weise erreicht werden:

1.  Es findet in familiengerichtlichen Verfahren eine Verlagerung von dem schriftlichen Verfahren in das mündliche Verfahren statt. Der Anwalt oder die Anwältin wird nur noch die wesentlichen Aspekte der Situation der Beteiligten darstellen, um das Verfahren überhaupt in Gang zu bringen. Insbesondere ist es nicht mehr notwendig, dass die Gegenseite sofort und vollständig – jedenfalls bis zur mündlichen Verhandlung – auf das jeweilige Antragsvorbringen erwidert. Hierdurch soll erreicht werden, dass nicht das “letzte Porzellan zwischen den Eheleuten oder Lebensgefährten zerschlagen wird”, sondern der Familienverband zugunsten der Kinder trotz der Trennung erhalten bleibt.

2. Andererseits ist es wichtig, dass gerade in Kindschaftsprozessen nicht nur die Interessen der im Widerstreit liegenden Eltern, sondern die der Kinder berücksichtigt werden. Die Eltern finden so mit Hilfe des Familiengerichtes und der anderen an diesem Verfahren beteiligten Berufsgruppen eine Lösung für ihre Kinder, da sie in einer Verhandlung vor dem Familiengericht und/oder in einem vor- oder zwischengeschaltetem Beratungs- oder Mediationsprozess die Möglichkeit haben, ihre jeweiligen widerstreitenden Argumente auszutauschen. Dazu ist es oft hilfreich noch die fachliche Unterstützung einer Beratungsstelle, des Jugendamtes oder eines Mediators einzubeziehen. Die an der „Dresdner Initiative Trennungskinder“ beteiligten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte können die Eltern dazu informieren und bei der Auswahl der geeigneten Unterstützungsform beraten. Im Ergebnis wird durch dieses Vorgehen erreicht, dass die Eltern inhaltlich über das Wohl ihrer Kinder diskutieren, sich auf ein gemeinsames eigenes Konzept zur künftigen Betreuung und Versorgung der Kinder einigen und sich nicht auf rein prozessrechtlicher Ebene begegnen.